Donnerstag, 15. Mai 2014

Erste Schritte im Gila Canyon

Silver City (146mi) - Doc Campbell's (195mi/312km)

Seit Silver City ist viel passiert und ich versuche jetzt alles Schritt für Schritt in Worte und Bilder zu fassen...

Der Gila National Forest ist sicherlich eines der Highlights entlang des gesamten Weges und somit startete ich voller Vorfreude in diesen Abschnitt.

Der Weg raus aus Silver City war mühsam. Ich kam erst spät in die Gänge, da das Postamt samstags erst um 10 Uhr öffnet und ich somit von Anfang an in der Mittagshitze wandern musste. Ein unspektakulärer Tag fand ein interessantes Ende, als meine restliche Gruppe plötzlich an meinem Campingplatz vorbei zog, da ich doch die ganze Zeit dachte, hinter ihnen zu sein.

Am nächsten Morgen hatte ich sie alle schnell eingeholt und so ging es wieder gemeinsam Richtung Norden. Bald sahen wir den Gila River zum ersten Mal...

Nach einem brutal steilen Abstieg hinein in den Canyon war unser Wasserproblem mit einem Schlag verschwunden... traumhaft klares, kaltes Wasser... für die nächsten 5 Tage!

Wie ich soeben in den Nachrichten erfahren habe, ist nur wenige Tage nach uns in genau diesem  Gebiet der erste große Waldbrand dieses Jahres ausgebrochen und der Trail im Südlichen Teil des Gila Canyons gesperrt worden. Zum Glück betrifft es nicht mehr viele Wanderer, da die meisten bereits weiter nördlich unterwegs sind, doch ein Feuer so früh in der Saison ist doch außergewöhnlich... bedenkt man vor allem die ungewohnt kühlen Temperaturen.

Ab diesem Zeitpunkt gab es keine trockenen Füsse mehr!
Hier macht sich mein einfacherer Trail-Running-Schuh ohne Gore Tex so richtig bezahlt, denn in der Früh waren meine Schuhe stets trocken, auch wenn nur für ein paar Minuten.
In den kommenden Tagen sollte ich den Gila River weit mehr als 100 Mal queren!... so wie Pounce und Smiles

Kaum fassbar, dass diese Wildnis in New Mexico liegt - die Erinnerungen an die pure Wüste keine  3 Tage alt.

Ein kleines Zwischenziel bietet "Doc Campbell's"... ein einsames Roadhouse umringt von ein paar einfachen Campingplätzen. Ausreichend um eines meiner Fresspakete entgegen zu nehmen und das hausgemachte Eis zu genießen, jedoch nicht einladend genug um meinen ersten geplanten Ruhetag einzulegen.


Stattdessen machte ich mich gemeinsam mit Analog und Rattlebee auf, den "Middle Fork", den Hauptarm des Gila Canyons, in Angriff zu nehmen.

Happy Trails :-)

Freitag, 9. Mai 2014

Harte Tage im Gila Canyon

Hab zufällig Empfang auf meinem Handy und will nur einen kurzen Zwischenbericht liefern...

Nach Silver City war es nicht weit, bis wir den Gila Fluss erreichten und uns für zumindest kurze Zeit über Wasser keine Gedanken mehr machen mussten.

Jedoch wurde der Canyon, den wir dann auf 80km Strecke durchwanderten, im letzten Jahr von einer Flutwelle zerstört.
Somit bildete pure Wildniss unseren Weg... über Flussschotter, Treibholz, Sand, Schlamm und natürlich der Fluss selbst (über 100 Querungen)!

Am Telefon hab ich leider nur dieses Foto, welches die Situation nicht wirklich wiederspiegelt... 25km pro Tag in diesem Umfeld forderten meine Füße aber ganz schön!


Trotzdem - oder gerade deswegen - eines der schönsten Wandererlebnisse, denn mehr Natur findet man kaum.

Nächsten Freitag gibt's meinen ersten Zero (Ruhetag) in Grants. Dann folgen weitere Berichte und mehr Fotos.

Gute Nacht!
Ein sehr müder Banana Pants

Happy Trails :-)

Freitag, 2. Mai 2014

CDT'14 Fotostrecke #1

Mexico (04/25) - Silver City (05/02)


















Happy Trails :-)

3 Tage voller Unterschiede

Lordsburg (84mi) - Silver City (146mi/233km)

Die Strecke zwischen Lordsburg und Silver City ist nicht gerade lang und trotzdem bot sie mir allerlei Abwechslung.

Den Beginn machte ein ewig langer Marsch durch die bereits bekannt sandige und komplett flache Wüstenlandschaft, jedoch mit dem Unterschied, dass der Wind mir mit voller Wucht ins Gesicht blies... gute 6 Stunden lang!
Da half mir zum ersten Mal meine mitgenommene Musik, um mit stoischem Schritt meinen Weg zu bahnen.

Die Zeit der perfekt gewarteten "Water-Caches" ist vorbei... ab jetzt heißt es Wasser selbst finden und filtern.
Bereits bei meinem ersten Stop an einer Rindertränke kam ich an mein Limit bezüglich des Vertrauens in meinen Wasserfilter. Um mir die Worte zu sparen zwei Fotos...



Es gab dann doch noch einen Wasserhahn mit klarem Wasser an anderer Stelle und das Problem war somit gelöst.
Um früh genug in Silver City beim Postamt zu sein, trennte ich mich vorübergehend von der Gruppe und machte noch ein paar Zusatzmeilen.

Der nächste Tag wurde lang und länger, vor allem da ich ein paar unfreiwillige Umwege machte. Am PCT konnte ich stets  am perfekten Trail dahin trotten und meine Gedanken schweifen lassen... am CDT geht das NICHT!
Glaubt man auf einem Trail zu sein, ist es stattdessen ein Trampelpfad der Rinder. Glaubt man die richtige Schotterstrasse gefunden zu haben, geht man besser querfeldein weiter.
Geht man querfeldein... naja dann ist man sowieso immer auf der Suche :-)
Während ich mein Tagebuch auf mein iPhone gesprochen habe (Danke an Wasabi für die Idee!) verfehlte ich eine Abzweigung und 1km durch dichtes Gestrüpp war die Folge. Als ich begann ein Audiobuch zu suchen versäumte ich die letzte Wasserquelle des Tages und musste wieder gut einen Kilometer zurück den Berg hinauf. Dazwischen musste ich einmal zurück, um meine verlorene Sonnenbrille wieder zu finden und gegen Abend fand ich heraus, dass eine Abkürzung die neue offizielle Route ist und ich weiter 5km umsonst gelaufen bin.
Dafür bekam ich zum ersten Mal richtige Bäume zu sehen, da ich aus der Wüste in die Waldzone aufstieg (ca. ab 2.000m).
Schon komisch... bei uns ist man da oft schon über der Baumgrenze und im Süden von New Mexico fängt da der Wald erst an!

Am Ende des Tages hatte ich meine erste "Marathon-Tag " hinter mich gebracht und wirklich kaputte Knochen.

Heute an Tag drei ging es nur mehr darum die 19km entlang der Interstate 90 zu überwinden... 4 Stunden auf Asphalt entsprechen nicht gerade der Vorstellung vom schönen wandern in der Natur, doch ab und zu bleibt einem auch das nicht erspart.
Es fand gleichzeitig ein Radrennen statt und somit hatte ich wenigsten Abwechslung und lauschte nebenbei Habe Kerkeling's Buch  über den Jakobsweg "Ich bin dann mal weg".

Unterwegs stoppte mich ein Motorrad-Cop mit der Frage, "Ob ich der Fahrer des liegengebliebenen Prius sei und nun zu Fuß in die Stadt gehe?" Ein Groß-Rucksack und Wanderstöcke gehören in New Mexico anscheinend zur Notfallausrüstung eines jeden Autofahrers... zumindest wenn man einen Prius fährt *hehe*
Zwei Radprofis unterhielten sich ebenso über mich, "Hast den gesehen? Das war einer der Verrückten, die nach Kanada marschieren! Völlig irre!"

Jetzt genieße ich den Luxus einer Stadt und freu mich schon auf die Tage im Gila N.F.!
Kann sein, dass ich die nächsten 10 Tage vielleicht gar keinen Empfang haben werde. Also nicht wundern wenn mein nächster Bericht etwas auf sich warten lässt.


Happy Trails :-)

Dienstag, 29. April 2014

Perfekter Start

Mexico (0) - Lordsburg (84mi/135km)

Die erste Teilstrecke ist geschafft! Nun bin ich also wieder in Lordsburg, jener kleiner Stadt, wo vor etwas mehr als 4 Tagen alles begann.

Der Start war reibungslos! Mit zwei Allradwägen ging es in 2,5 Stunden Fahrt an unseren Ausgangspunkt "Crazy Cook Monument" wo mit mir 10 weitere Wanderer das Abenteuer CDT begannen!

Der Süden von New Mexico ist einfach nur trocken, sandig, windig und flach. Nicht zu vergessen die brutale Sonne!!! Noch nie zuvor war ich einer derartigen Trockenheit ausgesetzt. Wir alle trinken ca. 7 Liter Wasser pro Tag! Für mich völlig neu... ich schwitze so gut wie überhaupt nicht! Man merkt direkt, wie die Feuchtigkeit dem Körper entzogen wird.
Jedoch keine Sorge, denn die Wasserversorgung durch den CDT-C ist fantastisch! Bei jedem Cach warten 2 Gallonen Wasser auf mich, das sind ca. 7,5L.

Der Weg ist auch einfach zu beschreiben... es gibt keinen!
Man durchquert einfach die Landachaft, stets auf der Suche nach der nächsten Markierung, die meistens in Sichtweite zu finden ist.



Durch mein GPS kenne ich stets meine Position und so unternimm ich auch ab und zu einen Abstecher auf kleinere Hügel um wenigstens ein paar Höhenmeter in meine Beine zu bekommen :)



Wir haben eine nette Gruppe von 7 Wanderern gebildet, die sich spätestens am Abend immer wieder völlständig versammelt.
Ich bilde meist die Vorhut oder verschwinde auf einer meiner Umwege und genieße somit die Freiheit beim Marschieren in vollen Zügen und die Gruppendynamik bei den Pausen und beim Abendessen.

Das Wetter ist perfekt, auch wenn der Wind oft eine wahre Herausforderung darstellt! An ein Zelt ist somit gar nicht zu denken... es gibt nur Cowboy-Camping!



Bisher hatte ich noch keinerlei Kontakt mit der Tierwelt, höchstens ein paar Rinder, die einen verwundert anstarren.

Die Fotos sind alle vom iPhone, da ich für meine Kamera-Fotos den Computer zum konvertieren brauche. Mehr und bessere Fotos gibt's aber bereits in 3 Tagen wenn ich in Silver City sein werde!

Als Zusammenfassung kann ich nur sagen, diese atemberaubende Einöde ist zu einzigartig, um sie wirklich beschreiben zu können und die beste Therapie für jegliche geschundene Seele!

Happy Trails :-)

Montag, 28. April 2014

Abenteuer Wüste

New Mexico ist eine echt beeindruckende Einöde! Starte gerade meinen vierten Tag in dieser Steppenwüste! 

Am Bild erkennt man im Hintergrund den Pyramide-Peak, mein Anhaltspunkt für die nächsten Stunden... 30km Luftlinie!
Morgen vormittag bin ich dann wieder in Lordsburg 😀


Das Abenteuer hat begonnen!

Heute Freitag, den 25. April, um genau 9:50 Uhr lokaler Zeit war es soweit:
Aus Robert wurde ein weiteres Mal Banana Pants und die ersten Schritte am CDT wurden Wirklichkeit!