Freitag, 18. Juli 2014

!!! WYOMING !!!

Steamboat Springs (1.280mi) - Riverside (1.361/2.177km)

Das wichtigste und einzige Thema...
Ich bin in Wyoming!!!!! Colorado ist Geschichte!!!!
... und Ich bin froh darüber!


Die letzten Tage hab ich wirklich angefangen zu zweifeln. Am schlimmsten war es, als ich Steamboat verlassen hab. Nach 3,5 Tagen purer Erholung, die mich viel Zeit und Geld gekostet haben, stand ich Dienstag Mittag wieder auf der Piste und konnte fast keinen Schritt machen. Unter Belastung streiken meine Füße. Ausgehend vom gesamten Fersen-Bereich, über die Achillessehne, hinein die Wadenmuskulatur... Schmerzen! Ich war knapp davor umzudrehen und Schluss zu machen.

Doch ein Blick auf die Karte genügte... nur mehr 65mi/105km bis Wyoming... aufgeben verboten!

Also zurück zu alten Gewohnheiten. Bereits am PCT hatte ich meine Phasen, wo Schmerzmittel zum Alltag gehörten und so gibt's vorerst jeden Tag zum Frühstück ein paar von den kleinen Roten Tabletten.
Und? Das Leben ist schön!!!
Praktisch schmerzfrei macht das Wandern wieder Spaß und Sinn. Ohne Schmerzen merke ich erst, dass ich gar nicht so schlecht unterwegs bin. Hab jetzt zwei Tage hintereinander über 30mi/48km gemacht und vier Wanderer überholt.

Und ich bin nicht alleine mit meinen Problemen. Jeder zweite Wanderer hat chronische Schmerzen und kämpft mit Appetitlosigkeit. Mit dem Hunger ist das so eine Sache. Ich glaub es liegt hauptsächlich am nicht mehr vorhandenen Rhythmus. Die vielen Pausen in Colorado sind ja nicht normal gewesen und daran hat sich der Körper gewöhnt.
Beim letzten Abschnitt ist es mir zumindest schon wieder leichter gefallen Kalorien zu hamstern, auch wenn es immer noch zu wenige sind.
Aber ist es schon "lustig" auf einem Thru-Hike zu sein und kein(!) Sättigungsgefühl zu haben. Normalerweise geht das nach ca. 1.000km verloren und man träumt permanent vom Essen. Irgendwie sehr komisch zur Zeit...

Jetzt bin ich also in Wyoming und vorerst raus aus den Bergen. Jetzt gehts ins die "rote Wüste" und die "Great Divide Basin"... mehr dazu im nächsten Blog. Eines ist klar, dass ich bald die endlosen sumpfigen Wieses vermissen werde!

Auf bald in Rawlings...
Happy Trails :-)

Montag, 14. Juli 2014

Zwangspause

Grand Lake (1.207mi) - Steamboat Springs (1.280mi/2.048km)

Jetzt bin bereits seit drei Tagen in Steamboat Springs und hab noch immer keinen neuen Blog geschrieben.
Schande... doch Pause bedeutet Pause!

Als ich am Freitag in Steamboat angekommen bin, war mir klar, dass ich wirklich eine Pause benötige... mein Körper hat es mir mehr und mehr signalisiert!
Der letzte halbe Tag war ausschließlich entlang einer Schotterstrasse und einem Highway. Ich kam im Flachen gut voran, doch auf Asphalt zu marschieren ist und bleibt mühselig. Wie üblich kam am späteren Nachmittag erneut ein Gewitter auf. Ein recht Imposantes, denn ich konnte die Blitze bereits sehen, als das Unwetter noch weit entfernt war. Als es dann anfing zu regnen und ich eigentlich noch 3 Meilen bis zum offiziellen Ziel "Rabbit Ears Pass" hatte, dachte ich mir... streck doch einfach mal den Daumen raus, es wird eh eine Weile dauern, bis jemand anhält.

Falsch gedacht. Das dritte Auto (nach ca. 10sek) blieb bereits stehen und ich hatte meinen schnellsten Autostop aller Zeiten geschafft. Ein netter älterer Mann, auf dem Weg seine Highschool-Freunde zu treffen, meinte nur, "Ich hab noch nie jemanden mitgenommen, doch bei dem Gewitter konnte ich dich nicht stehen lassen!"... DANKE!

Meine Vorfreude auf die nette Touristenstadt schwand, als er mir erklärte, dass er bereits vor 3 Monaten ein Zimmer gebucht hatte, da dies ja ein wildes Wochenende sei.
Wildes Wochenende? Ja! Ein Rodeo, ein Heißluftballon-Treffen, ein Musikfestival und eine Kunstausstellung fanden alle gleichzeitig statt und ich traf an einem Freitag Abend gegen 17 Uhr ohne Reservierung ein.
Bei jedem Motel/Hotel bei dem wir vorbei fuhren das gleiche Bild "NO vacancy"... "AUSGEBUCHT"... meist in dicken roten Lettern :-(
Ich ging in mein angepeiltes Motel und fragte freundlich nach einer Liste weitere Unterkünfte und setzte mich gerade ans Hoteltelefon, um alle durchzutelefonieren, als plötzlich die nette Dame am Empfang ein Telefonat entgegen nahm... jemand hatte soeben storniert!!! TRAIL MAGIC!!!!
Zwar hatte ich nur ein Zimmer für diese eine Nacht, doch es war ei Anfang.

Die Etappe von Grand Lake hierher hatte keine wirklichen Höhepunkte. Zumindest keine alpinen, wie ich es von den letzten Wochen her gewohnt war. Immerhin befand ich mich unter anderem in der "Never Summer Wilderness"... sehr einladend :-)

Umso mehr merkte ich, dass mein Körper müde wurde. Hauptsächlich ist das auf meinen weiterhin geringen Appetit zurück zu führen. Mein Trail-Essen kann ich zur Zeit einfach nicht ausstehen. Ich kaue stundenlang an irgendwelchen Riegeln herum, stopfe mir einen Bagel hinein und versuche beim Abendessen zusätzlich Proteine in Form von Trockenfleisch zu verzehren. Bergauf geht mir so recht schnell die Kraft aus!

Ich hab alte Freunde wieder getroffen. Zum Beispiel "Karl" das Stacheltier oder "Peter" die Bergziege. Für die unzähligen Moskitos vielen mir leider keine Namen mehr ein :-)


Was auf jeden Fall auffiel war, dass gerade die Hochsaison für die Columbine-Blüte ist... die Staatsblume von Colorado! Bin ja nicht wirklich kein begeisterter Botaniker, doch diese Blume ist echt ein Hingucker!


Da saß ich nun in Steamboat Springs und telefonierte mir die Finger wund, um für den Rest des Wochenendes eine Unterkunft zu finden. Keine Pause zu machen stand einfach nicht zur Debatte. Eine freundliche Absage nach der anderen... einfach nichts frei :-(

Nach dem Frühstück und einem Telefonat nach Hause winkte mich die Dame an der Rezeption zu ihr hin und meinte nur, "Es hat wieder jemand abgesagt. Wollen sie wirklich bleiben?" JA, JA und nochmals JA... das Wochenende war gerettet... mein Geburtstagswochenende :-)

Ich hab nun meinem Körper und Geist eine schöne Auszeit gegönnt. Ich hatte eine Massage, war in den Hot Springs, beim Rodeo und hab ansonsten versucht einfach NICHTS zu tun. Es ist ja fast peinlich, doch ich hab in Colorado bereits mehr Ruhetage eingelegt als am gesamten Pacific Crest Trail vor zwei Jahren. Noch befinde ich mich im grünen Bereich, doch ich muss eindeutig wieder einen schnelleren Rhythmus finden, ansonsten geht mir am Ende vielleicht wirklich noch die Zeit aus. Wenn ich jedoch überlege, mit welchen Bedingungen ich zu Beginn von Colorado zurecht gekommen bin, kann mich ein früher Wintereinbruch im Norden nicht mehr beeindrucken... Schnee hab ich bereits genug gehabt!

Morgen geht's wieder weiter! In zwei Tagen überschreite ich die Grenze zu Wyoming, dann beginnt ein ganz neuer Abschnitt!

Da war ja noch was... irgendwie hatte ich da das ganze Wochenende ein Bild vor meinen Augen... was war das doch gleich...?


Hehehe...
Happy Trails :-)

Dienstag, 8. Juli 2014

Highlight ohne Höhepunkt

Frisco (1.089mi) - Grand Lake (~1.215mi/~1.945km)

Dieses Mal hab ich keine Ahnung, wie ich diesen Blog beginnen soll... so viel ist passiert... so anstrengend waren die letzten sechs Tage... so viele Höhen und Tiefen hat es gegeben.

Wenn ich mich richtig erinnern kann, hab ich auf den 200km mindestens zehn Viertausender überschritten, zwei Hagelgewitterstürme überstanden, musste mit kaputtem Equipment und Wasserknappheit zurechtkommen und meinen Körper überreden, trotz Schmerzen weiterzumachen!

Um meine Gedanken annähernd zu sammeln, versuche ich es Tag für Tag...
Als ich Frisco hinter mir ließ, war mir klar, dass die wahrscheinlich anstrengendste aber auch beeindruckendste Woche vor mir lag. Auch wenn der Besuch beim Chiropraktiker eine Wohltat war, fühlte sich mein Körper nicht wirklich fit an und ich fand von Anfang an keine richtigen Rythmus. Und das ist für mich als Weitwanderer fast eines der schlimmsten Probleme, ohne Rythmus werden 13-Stunden Tage zur Qual!
Neben meinem Körper waren aber auch die vorhandenen Wasserrescourcen völlig unrythmisch! So musste ich bereits am ersten Nachmittag Wasser für die kommenden 22km fassen und ein so genanntes "dry camp" machen, d.h. man kampiert bei keiner Wasserquellen und muss zusätzlich Wasser fürs Abendessen mitschleppen.
Dieses zusätzliche Gewicht machte sich vor allem bei meinen ohnehin schon beleidigten Knien bemerkbar.

Um einen langen  Abstieg zu vermeiden wählte ich am zweiten Tag eine Alternativrouten entlang der Bergkette, die ich praktisch die gesamte Woche nicht verlassen sollte. Die Route über den "Argentina Spine" war traumhaft schön, jedoch recht steil und ebenso trocken.

Ziel war Grays Peak (in der Foto-Mitte), der offiziell höchste Punkt entlang des gesamten CDT. Nach einem extrem langen Tag stand ich gegen 19 Uhr vor dessen Schlussanstieg hinauf  auf 4.352m, als sich hinter mir ein Gewitter aufbaute. Schweren Herzens brach ich 150m unter dem Gipfel (dem Höhepunkt) ab und stieg so schnell wie möglich auf 3.800m ab, zum erstmöglichen flachen Campingplatz. Zuerst dachte ich noch, das Gewitter bleibt vor den Bergen hängen, doch wenig später befand ich mich in der Hölle! Für über eine Stunde brachen alle Dämme, Blitze kamen gleichzeitig von drei Richtungen und Hagel drückte mein Zelt zu Boden. Ich saß die ganze Zeit aufrecht im Zelt und versuchte dieses vor dem Kollaps zu bewahren... mit Erfolg!


Der kommende Morgen war ein besonderer.
Jeglicher Hagel (eine Schicht von min. 3-5cm) war völlig verschwunden und ich hörte Menschen... viele Menschen!
Dann machte es Klick bei mir, es war der 4. Juli, der amerikanische Unabhängigkeitstag. Beim weiteren Abstieg sah ich sicherlich über 300 Wanderer mit riesigen Flaggen und winzigen Hunden und eine Wolke von "Sauberkeit" umhüllte den Trail :)
Erst am Nachmittag hatte ich wieder den Trail für mich alleine und peilte erneut ein dry camp an. Da das Wetter zum ersten mal traumhaft war, beendete ich diesen Tag wieder auf ca. 3.800m auf einem kleinen Sattel.



Alles war perfekt bis plötzlich Donner ein weiteres Mal mein Zelt erschütterte und nur ein paar Minuten später saß ich wie am Tag zuvor aufrecht im Zelt. Mit meinem Kopftuch wischte ich eine Stunde lang das Wasser auf, welches mit Hilfe des Windes waagrecht daher kam. Noch nie zuvor brauchte ich meine Regenjacke innerhalb (!!!) meines Zeltes!!!

An Tag vier war ich ganz schön genervt, übermüdet und hab zusätzlich meinen Appetit verloren! All das Essen für sechs Tage wurde nicht weniger und dadurch leichter. Mühselig kaute ich auf meinen Müsliriegeln herum... kein Wunder, dass mir langsam die Energie ausging.
Zwei netter Tagesausflügler halfen mir am nächsten Gipfel mit frischen Obst und 2L Wasser aus und ich konnte eine weitere Alternative entlang der Bergkette nehmen anstatt 1.500m abzusteigen und 10km Umweg zu einem Bach machen zu müssen.
Mit Parry Peak und James Peak beendete ich dann würdevoll meine "Viertausender-Orgie" und war nicht mehr allzu traurig, den wahren Höhepunkt Grays Peak nicht gemacht zu haben.


Nach einem steilen Abstieg und einer mühevollen Traverse ohne richtigen Trail erblickte ich meine nächste Gewitterfront! Obwohl es erst 17:30 wahr und ich normalerweise nicht vor 19 Uhr stehen bleibe, entschloss ich mich, frühzeitig in mein Zelt zu flüchten. Was für eine weise Entscheidung! Es begann zu regnen und... und nach 20min war außer Sonne nur Sonne... Colorado hatte mich so richtig verarscht!

Tag fünf fing gut an, doch nach einem Blick auf die Uhr, stellte ich fest, dass ich einfach keinen richtigen Fortschritt machte... soviel zum fehlenden Rhythmus :( doch gerade aus geht es nun mal nach Kanada... also immer weiter!

Zusätzlich sind beide meine faltbaren Plastikflaschen innerhalb von zwei Stunden gebrochen und ich hatte ein Problem mein Wasser zu filtern. Mit meinem Gravitationsbeutel tu ich mir über der Baumgrenze schwer, einen Ast zu aufhängen zu finden. Trotz aller Probleme kam ich irgendwie voran und schöpfte bereits Hoffnung bis ich schlussendlich am "Knight Ridge Trail" ankam. Ein bekanntlich ungepflegter Weg, der mich aber mit der Anzahl an umgestürzten Bäumen (blow downs) schlicht überraschte. Nach einem 11-Stunden Tag musste ich mich für über zwei Stunden durch ein völliges Chaos bahnen... "Embrace the brutality"


Schlussendlich fand auch dieser Tag ein Ende, direkt an Strand am ersten großen See vor Grand Lake... Mega-Ufzahhh!!!


Gestern war dann nicht mehr viel übrig... vom Trail und von mir... die letzten 14km waren um 9:30 geschafft, gerade rechtzeitig um Shutterbug (1/3 Stooges) bei einem Frühstück zum 56igsten Geburtstag zu gratulieren :-)

Mehr fällt mir jetzt nicht mehr ein. Ich glaub, dieser Blog ist lang genug geworden! Ich weiß jetzt schon, dass ich die Viertausender vermissen werde! Ein paar Mal geht's noch so auf 3.500m, doch das ist Kinderkram.
Am Samstag sollte ich Steamboat Springs erreichen...

Bis dann... "Embrace Colorado"!!!
Happy Trails :-)

P.S.: Ach ja, da war ja dann noch das Lama!... die Geschichte wird dann aber persönlich erzählt ;-)




Dienstag, 1. Juli 2014

Wieder ein Solist!

Twin Lakes (1.017mi) - Frisco/Hwy9 (1.089mi/1.742km)


Mit endgültiger Sicherheit ist es nun offiziell... The Three Stooges'14 sind Geschichte!
Nachdem der Auflösungsprozess bereits vor 10 Tagen am Monarch Pass mit der Abspaltung des "Amerikaners" einen Anfang gefunden hat, war der Fortbestand der "Europäer" als Duo nicht von langer Dauer.
Wie das Management am vergangen Wochenende verlautbarte, kam es in Copper Mountain zur endgültig Trennung! Insidern zufolge scheiterte es schlussendlich am Tourplan, der durch die Fussball-WM immer wieder unterbrochen werden musste.
Der einzige Trost für die unzähligen Fans ist, dass alle drei Stooges eine Solo-Karriere anstreben... wir sind gespannt!

Einen ersten Beweis für die bereits angespannte Situation sieht man in diesem Bild von Rattlebee... :-))))

Nun aber zum ernsten Teil des Berichtes...
Voller Demut muss ich gestehen, dass mich der CDT zum ersten Mal ein wenig in die Schranken gewissen hat.
Auch wenn Mt. Elbert nicht zum offiziellen Trail gehört, stellt er als höchster Berg der Rocky Mountains einen Höhepunkt dar, der wie Mt. Whitney als kleiner Zusatz zum Pflichtprogramm gehört (zumindest in meiner Planung). Die letzten Wochen im Schnee, vor allem das anstrengende Postholing zu Beginn von Colorado, hat meinen Knien ganz schön zugesetzt. Ich hab zwar keine dauerhaften Schmerzen, doch steile Passagen bergab machen zur Zeit keinen Spass.
Und somit habe ich mich spontan entschieden Mt. Elbert auszulassen und bin gemütlich um den Berg herumgewandert... auch ganz schön!

Dies hatte zur Folge, dass die kurzen 2,5 Tage bis zum Zwischenstopp in Frisco recht viel Spass gemacht haben. Es ist mir zwar noch immer nicht gelungen, in Colorado einen Tag mit trockenen Füssen zu beenden, doch Schneemassen werden eindeutig weniger. Die Abschnitte in der "Massive Wilderness" und "Holy Cross Wilderness" waren sehr beeindruckend und haben zugleich ein schnelles Vorankommen ermöglicht :-)



Ich warte zwar noch immer vergebens auf die Begegnung mit einem Bären oder einem ausgewachsenen Elch, doch auch kleiner Tiere können sehr unterhaltsam sein. Murmeltiere gehören schon seit langem zu meinen Lieblingen... sie wirken faul, sind meist fett und haben immer einen perfekten Ausblick auf die Landschaft!

Doch seit gestern hab ich einen neuen Favoriten... das Stacheltier! Man will mit einen Stacheln sicher nicht kuscheln, doch irgendwie schaut es doch lieb aus, oder?


Dieser nette Kerl ist mir kurz vor Copper Mountain über den Weg gelaufen. Besser gesagt, er ist entlang MEINES Weges gelaufen! Vor lauter Wind hat er mich zuerst nicht bemerkt und ist gemütlich bergab getrottet (was schon lustig genug ausgeschaut hat). Als er mich dann sah (dabei entstand das Foto), versuchte er einen Gang hoch zu schalten und vor mir weg zu laufen... was erst so richtig lustig war. Das Video zeigt zwar nicht seinen "Blitzstart" doch sein Gewackel ist ca. 20% schneller als sein normaler Gang... hehe!

Mittlerweile bin ich in Frisco angekommen, welches ebenso wie Breckenridge am Highway 9 liegt und mittels einem gratis (!) Bus alle 30 Minuten so einfach wie noch nie erreichbar ist!
Meinen geplanten Ruhetag habe ich auf zwei Tage ausgedehnt nachdem ich mir als Zwischenbelohnung eine Behandlung bei einem Chiropraktiker gegönnt habe! Innerhalb von nur 2 Stunden hatte ich einen Termin, der mich gerade einmal 50 US$ gekostet hat... unglaublich. Jeder einzelne Wirbel wurde wieder in seine eigentliche Position gebracht und vor allem meine rechte Hüfte fühlt sich jetzt wieder besser an. Jedoch war ich nach der Behandlung ebenso müde wie erleichtert und entschloss mich, einen Tag in Frisco anzuhängen :-)

Die nächste Etappe dürfte eine der schwersten werden. Gute sechs Tage (über 200km) bis Grand Lake über einige der hösten Gipfel der Rockies. Mit Grays Peak und Torreys Peak warten die offiziell höchsten Punkte des Trails auf mich... über 4.350m! Sie gehören zu den 54 "Fourteeners" in Colorado (14.000 ft entsprechen 4.267m).
Direkt von meinem Motel aus, habe ich bereits einen perfekten Blick auf diese beiden "Monster" und wie es scheint, dürfte Schnee kein Problem darstellen :-)
Torreys Peak (mitte), Grays Peak (ganz rechts)
Bis in gut einer Woche!
Happy Trails :-)

Freitag, 27. Juni 2014

Zwischenstop im "House of Pleasure"

Monarch Pass (946mi) - Twin Lakes (1.017mi/1.628km)


Salida zu verlassen war nicht einfach, zu gemütlich hatte ich es mir im Hot tub gemacht, doch der Abschnitt nach Twin Lakes war zum Glück ein kurzer. Mit Essen für nur drei Tage im Rucksack, macht das Wandern gleich viel mehr Spaß!


Rattlebee und ich erreichten Monarch Pass nach zwei Autostops. Zuerst half uns ein Pizzazusteller die Stadt zu verlassen, anschließend brachte uns ein freischaffender Möbeldesigner zurück zum Pass. Obwohl wir nur mehr einen halben Tag hatten, machten wir richtig viel Boden gut... 3 Stunden wandern, 20min Pause, weitere 3 Stunden wandern... so macht man Meilen!!!

In dieser Region überschneiden sich der CDT und der Colorado Trail mehrmals täglich und man verliert ein wenig den Überblick, vor allem wenn zusätzlich nagelneue Alternativrouten auftauchen. Manche diese neuen Wege führen absichtlich über unnötige Bergkämme und weg vom Wasser!?! Wir blieben stets auf dem "alten" CDT und wurden am Ende des Tages mit dem bisher schlimmsten Moskito-Abend belohnt. Sobald wir stehen blieben, schützen wir uns mit Regenkleidung und Kopfnetz, stellten in Windeseile die Zelte auf und verschwanden in unseren sicheren Hölen. Mit meinem neuen Gaskocher kann ich es mir zum Glück im Zelt gemütlich machen - am PCT kochte ich ja noch mit offenem Feuer in Freien mit den Moskitos 😩

Am dritten Tag hatten wir fast die Möglichkeit mit 30mi Twin Lakes direkt anzusteuern, doch ein Blick auf das Höhenprofil mit erneut über 2.000 Höhenmetern machte dies praktisch unmöglich. Es wurde einer der besten Tage, mit perfektem Wetter, einem guten Rythmus und viel Spaß bei einer der längsten Glissading-Passagen!!!
Wir endeten mit einem Marathon-Tag glücklich vor einem Lagerfeuer... mehr Belohnung braucht es nicht!

Heute blieben nur mehr gemütliche 4 Meilen übrig, die wir locker bis 8:30 erledigt hatten, um wenig später frisch geduscht bei der Fußball WM einen weiteren Sieg Deutschlands zu bestaunen... zum Glück ist USA ebenso weiter!!!

In Twin Lakes gibt es eigentlich nur ein kleines Geschäft und ein Hotel. Mehr braucht man als Wanderer auch nicht!
Das Highlight... das Hotel ist ein ehemaliges Freudenhaus 😉, auf Englisch liebevoll "House of Pleasure" genannt und ich habe das Vergnügen in Dora's Zimmer zu schlafen.
Fotos vom Trail gibt es wieder beim nächsten Mal, eines von Dora natürlich schon jetzt 😉

Happy Trails :-)

Sonntag, 22. Juni 2014

Gratulation dem Meister!!!

Auch wenn ich diesen Sommer weit weg von zu Hause bin, bekomm ich doch so einiges mit. Eine der sicherlich tollsten Nachrichten hab ich soeben bekommen...

Wir haben einen Österreichischen Meister in unserer Familie!
Daniel ist seit heute nicht nur steirischer sondern auch österreichischer U10-Meister im Schach!!!
Sieger Daniel (links)
Ganz liebe Grüße vom "Onkel aus Amerika" :-) Bin stolz auf dich!!!

CDT'14 Fotostrecke #3

Wolf Creek Pass Monarch Pass




















Happy Trails :-)